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Mieterstrom im Mehrfamilienhaus: So funktioniert lokale Stromversorgung

Jenny Joy Tröster
20. Mai
2 Min. Lesezeit

Aktualisiert: 24. Sept.

Photovoltaik ist längst nicht nur für Einfamilienhäuser interessant. Auch auf Mehrfamilienhäusern können Solaranlagen Strom erzeugen, der direkt von den Bewohner*innen des Gebäudes genutzt wird.


Doch wie funktioniert Mieterstrom, welche Vorteile bietet das Modell und was passiert, wenn die Solaranlage nicht genügend Strom erzeugt?


Frau rechnet Kosteneinsparung von Mieterstrom


Was ist Mieterstrom?


Bei einem Mieterstrommodell wird Strom direkt am Gebäude erzeugt und den Bewohner*innen zur Verfügung gestellt. Häufig stammt dieser Strom aus einer Photovoltaikanlage auf dem Dach des Mehrfamilienhauses.


Der erzeugte Solarstrom wird möglichst direkt vor Ort genutzt. Produziert die Anlage mehr Strom, als aktuell benötigt wird, kann der Überschuss in das öffentliche Stromnetz eingespeist werden. Reicht die Erzeugung der Solaranlage nicht aus, wird zusätzlich Strom aus dem Netz bezogen.


Beim gesetzlich geförderten Mieterstrom übernimmt der Mieterstromlieferant dabei auch die Versorgung mit dem benötigten Zusatzstrom. Bewohner*innen benötigen deshalb nicht zusätzlich einen zweiten Stromliefervertrag.


Welche Vorteile bietet Mieterstrom?


  1. Lokal erzeugten Solarstrom direkt nutzen

    Ein wesentlicher Vorteil von Mieterstrom liegt darin, dass Strom direkt dort erzeugt und genutzt werden kann, wo er benötigt wird. Damit können auch Bewohner*innen von Mehrfamilienhäusern Solarstrom aus einer Anlage auf oder am eigenen Gebäude beziehen, ohne selbst eine eigene Photovoltaikanlage installieren zu müssen.


  1. Potenzial für geringere Stromkosten

    Für den direkt vor Ort erzeugten und verbrauchten Mieterstrom können bestimmte Kostenbestandteile des klassischen Netzstrombezugs entfallen. Dazu können unter anderem Netzentgelte, netzseitige Umlagen, Stromsteuer und Konzessionsabgabe gehören. Beim geförderten Mieterstrom gibt es darüber hinaus eine gesetzliche Preisobergrenze: Der Preis für Mieterstrom einschließlich des zusätzlich benötigten Netzstroms darf höchstens 90 Prozent des jeweiligen Grundversorgungstarifs betragen. Ob und wie hoch die tatsächliche Ersparnis ausfällt, hängt jedoch vom jeweiligen Mieterstrommodell, der Anlage, dem Verbrauch und dem angebotenen Tarif ab.


  1. Solarstrom auf Mehrfamilienhäusern besser nutzbar machen

    Mieterstrom schafft die Möglichkeit, Dachflächen von Mehrparteiengebäuden für die lokale Stromerzeugung zu nutzen und den erzeugten Solarstrom direkt den Bewohner*innen zur Verfügung zu stellen.

    Gerade in Städten, in denen viele Menschen in Mehrfamilienhäusern leben, können dadurch zusätzliche Flächen für Photovoltaikanlagen genutzt werden.


  1. Mehr Transparenz über Erzeugung und Verbrauch

    Digitale Lösungen können Mieterstrommodelle zusätzlich unterstützen. Verbrauchs- und Erzeugungsdaten lassen sich übersichtlich darstellen und helfen dabei, nachvollziehbar zu machen, wie viel Strom im Gebäude erzeugt und verbraucht wird.


    Zählerfreunde bietet hierfür beispielsweise eine digitale Lösung für Mieterstromanbieter, mit der Verbrauchsdaten transparent dargestellt und verschiedene Funktionen in einer App im eigenen Markenauftritt bereitgestellt werden können.


Mieterstrom und die Energiewende


Mehrfamilienhäuser bieten große Dachflächen, gleichzeitig haben ihre Bewohner*innen häufig nicht dieselben Möglichkeiten zur eigenen Stromerzeugung wie Eigentümer*innen eines Einfamilienhauses.

Mieterstrom kann dazu beitragen, dieses Potenzial besser zu nutzen.


Überschüssiger Strom kann weiterhin in das öffentliche Netz eingespeist werden.

Neben dem klassischen Mieterstrom gibt es inzwischen weitere Modelle für die Stromversorgung in Mehrparteiengebäuden. Dazu gehört beispielsweise die gemeinschaftliche Gebäudeversorgung nach § 42b EnWG. Sie unterscheidet sich rechtlich vom geförderten Mieterstrom und kann nicht gleichzeitig den EEG-Mieterstromzuschlag in Anspruch nehmen.


Fazit

Mieterstrom ermöglicht es, Solarstrom auch in Mehrfamilienhäusern direkt vor Ort zu nutzen. Bewohner*innen können Strom aus der Photovoltaikanlage des Gebäudes beziehen, während bei Bedarf weiterhin eine Versorgung aus dem öffentlichen Netz sichergestellt wird.


Für Eigentümer*innen, Wohnungswirtschaft und Mieterstromanbieter entsteht gleichzeitig die Möglichkeit, vorhandene Dachflächen für lokale Stromerzeugung zu nutzen und Bewohner*innen einen zusätzlichen digitalen Energieservice anzubieten.


Mit einer transparenten Darstellung von Erzeugung und Verbrauch wird dabei nachvollziehbar, wann Strom erzeugt wird, wie viel davon direkt genutzt wird und wie sich der Energieverbrauch im Gebäude entwickelt.

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